Auf der Nordseite des Passes reihte sich ein kleines Dorf ans andere. Die Häuser waren einfach gebaut, zum Teil aus Lehmziegeln. Wir sahen viele Leute wie sie auf ihren Äckernhart arbeiteten. Die Felder bestellten sie meistens von Hand und mit Hilfe von Kühen. Nur selten sahen wir Bauern, die einen Traktor hatten. Die Feldwirtschaft gedeiht hier nur dank Bewässerungskanälen. Die Landschaft ist sehr karg aber überall wo das Land einigermassen flach ist, wird es bewirtschaftet. Der Aufstieg zum Pass war sehr moderat, die Steigung war nie grösser als 6%. Wir nahmen es gemütlich und kamen doch ziemlich ins Atmen. Dank der Akklimatisierung in Cusco hatten wir keine Beschwerden und freuten uns, dass wir unseren ersten 4'000er Pass geschafft haben.
Auf der anderen Seite des Passes ist Ackerbau kaum möglich. Hier halten die Bauern Vieh: Vor allem Kühe, Alpacas, Schafe und Hühner. Die Bauernhöfe verteilen sich einzeln übers Land und nur ab und zu gibts ein kleineres Dorf. Wir haben meistens in einer Unterkunft übernachtet für umgerechnet 6-12 Franken und im Dorfrestaurant ein Menu gegessen für 1.50 Fr. Erst einmal haben wir gezeltet. Wir fragten einen Mann, welcher auf einem Mofa vorbeifuhr, wo ein guter Platz ist um unser Zelt hinzustellen. Er erklärte uns alle Möglichkeiten und bot uns schlussendlich an, bei seinem Bauernhof im Windschatten des Stalles unser Zelt aufzustellen. Wir erleben die Peruaner allgemein als sympathische Menschen, welche hilfsbereit sind und sich freuen wenn sie uns sehen. So gibt es auf der Strasse immer wieder Hupkonzerte, die Leute winken und rufen uns zu. Interessanterweise benennen sie Patrizia mit "gringa" (=die Weisse) und Roland mit "mister". Nach einer kurzen Abfahrt folgte eine lange Strecke mehr oder weniger flach mitten durch die Pampa des Altiplanos. Ab und zu gab es einen Fluss oder kleine Lagunen, die die dürre Landschaft schmückten.
Bevor wir nach Puno kamen, durchfuhren wir Juliaca. Dies ist eine Stadt von 200'000 Einwohnern, welche uns beelendete. Bereits bei der Einfahrt sahen wir Berge von Abfall am Strassenrand liegen und Kinder, welche ihn auf irgendwelche Dinge durchsuchten. Viele Häuser sahen nur sehr provisorisch aus, wurden aber bewohnt. Im Zentrum herrschte ein Verkehrschaos, die Strassen waren eng, so dass es für Fussgänger kaum Platz hatte. Eigentlich hatten wir vor, hier eine Nacht zu bleiben. Spontan entschieden wir uns dann bis nach Puno weiter zu fahren und dort zwei Ruhe- und Routenplanungstage einzuschalten. Von Juliaca war es nicht mehr weit bis nach Puno. Kurz vor Puno erblickten wir zum ersten Mal den Titicacasee, welcher mit mehr als 8'000 km2 der grösste See Südamerikas ist.
(412 km)
ein typisches peruanisches Dorf
Inka Mauern bei Rumicolca
Qoyllur Urmana-See bei Urcos
Kirche von Urcos
Ackerbau wird oft noch von Hand und mit Kühen betrieben
der Touristenzug Andean Explorer von Cusco nach Puno
Abra la Raya, unser erster Pass mit 4338 m über Meer
Aussicht von der Abra la Raya Passhöhe
erste Flamingos in Sicht
in der Pampa sind viele Kühe am Weiden
Fahrt durch fast endlose Pampa
die Häuser auf dem Land werden heute noch mit Lehmziegeln gebaut
unverbaute Flüsse schlängeln sich durch die trockene Landschaft
unser erster Zeltplatz bei einem Bauernhof auf 3900 m
Blick auf den Titicacasee und das Häusermeer von Puno
die Kathedrale von Puno
Blick über den Titicacasee bei Puno
Aussicht von unserem Hostal im Stadtzentrum von Puno